… in aller Ruhe

Ein neues Getränk ist zu uns nach Leipzig gekommen – der Kaffee. Der duftet gut, anregend soll er sein und die Manneskraft stärken. Aber als armer Nachtwächter kann ich mir keinen Kaffee leisten. Die Türken sollen den Kaffee nach Wien gebracht haben. Ein Händler bringt ein Säckchen Kaffee nach Leipzig, verkauft es einem Leipziger Kaufmann,…

Bach? Wer ist Bach?

Wenn Sie mal an unserer Nikolaikirche vorbeikommen, hören Sie mal ganz genau hin. Hören Sie die Orgel? Ja? Meister Bach spielt am edlen Instrument. Hören Sie auch den Chor? Er übt mit dem Thomanerchor. Bach – kannten wir in Leipzig nicht, wollten wir auch gar nicht haben. Georg Philipp Telemann aus Hamburg, ja den hätten…

Unsere ganze Pracht

Natürlich komme ich auch jeden Abend an unserer Nikolaikirche vorbei. So um 1165 bekommt Leipzig Stadt- und Marktrecht und da fangen die Bürger ganz schnell an, die Nikolaikirche zu bauen. Denn sie hatten Angst, dass irgendein Bischof kommt und sich hier eine Bischofskirche hinbaut. Die Leipziger haben immer sehr genau aufgepasst, dass sich die Kirche…

So eine Wirtschaft mit diesem Lotter

Leipzig ist eine wohlhabende Handels- und Messestadt – mit recht kleinem Rathaus, meinten jedenfalls im 16. Jahrhundert unsere Ratsherren. Sie gingen zu ihrem Bürgermeister und Baumeister Hieronymus Lotter und sagten: „Wir sind eine reiche Handelsstadt, bau uns mal ein neues, großes Rathaus.“ Der Bürgermeister guckte in die Stadtkasse – Kasse leer. Und da dachte sich…

Goethe – Student und Schwerenöter

Hier ist wieder euer Johann Matthäus Bremme. In Leipzig sorge ich zu nächtlicher Stunde für Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Grölende und besoffene Studenten sind zwar lästig, aber kein wirkliches Problem. Ich erinnere mich genau an so einen jungen, rappeldürren, Mitleid erregenden Burschen; höchstens 1,70 m groß. Oftmals wurde er dafür gehänselt. Doch mit seiner Wortgewandtheit…

Ein gemeiner Mord und ein starker Bürgermeister

Als einfacher Mensch habe ich schon immer ein Gerechtigkeitsempfinden. Um die große Politik kümmere ich mich herzlich wenig. Doch was Menschen sich alles zu ihrem Vorteil einfallen lassen, ist manchmal selbst für mich unmöglich! Ich höre dann schon die vorwurfsvollen Stimmen mancher Ratsmitglieder: „Könnt ihr Nachtwächter das nicht verhindern? Wozu seid ihr überhaupt da?“ In…

Was unter den Blumen die Rose …

Johann Sebastian Bach kam ja 1723 aus Köthen vom Hof des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau zu uns nach Leipzig. Er war als Hofkapellmeister mit dem Fürsten sehr freundschaftlich verbunden. Als der Fürst heiratete war die Fürstin außerordentlich eifersüchtig. Sie hat alles getan, dass Johann Sebastian aus Köthen verschwand. Deshalb kam er auch zu uns nach…

Von der Leipziger Stadtmauer

1756 – Es ist Krieg. Unser schönes Sachsen ist von den Preußen besetzt. Leipzig leidet sehr unter den Einquartierungen und den Kontributionszahlungen. Wir hören immer mehr diesen aggressiven preußischen Dialekt, als unser weiches, freundliches sächsisch. Gott sei dank hat sich durch die Besetzung der Wunsch unseres Ältesten, Karl Wilhelm, sich beim Militär anwerben zu lassen,…