Zeter und Mordio

Wir Sachsen sind doch ein recht gemütliches und friedliches Völkchen. Hauptsache, mir ham unsre Ruhe. Doch manch einer gönnt uns unsere Ruhe nicht. Die Schweden, als sie im Dreißigjährigen Krieg unser Leipzig gleich zwei Mal belagerten. Oder die Preußen, die unser schönes Sachsen 1756 einfach überrannten.

Neben unserer Ruhe lieben wir unsere Unabhängigkeit. Und wehe, ein fremder Herrscher uns regieren will. So geschah es im Jahr 1115. Kaiser Heinrich V. versuchte, die Grafschaft Weimar-Orlamünde in seine Herrschaft zu bringen. Das brachte Pfalzgraf Siegfried von Ballenstedt und Wiprecht von Groitzsch sowie den gesamten sächsichen Landadel auf die Barrikaden.

Am 11. Februar 1115 trafen sich die Streitparteien bei Welfesholz am Rand des Harzes. Das Heer des letzten Saliers, Kaiser Heinrich V., unter Führung seines Feldmarschalls Hoyer von Mansfeld und das Heer der Fürstenopposition standen sich gegenüber. Der kaisertreue Hoyer soll am Vorabend seine Hand in einen Stein gesteckt und gesat haben:

„Ich, Hoyer, ungeboren,
Habe noch keine Schlacht verloren.
So wahr ich greif in diesen Stein,
Auch diese Schlacht muss meine sein“

Genützt hats nichts. Wagemutig stürzte sich Hoyer in den Kampf und wurde vom jüngeren Bruder Wiprechts niedergestreckt. Mit Geheule und Getöse stürzte sich das Herr der Fürsten auf die kaiserlichen Gegener. Zeter und Mordio schrieen sie und metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Der Kaiser musste fliehen, seine Macht in Sachsen war gebrochen.

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