Von der Leipziger Stadtmauer

1756 – Es ist Krieg.Unser schönes Sachsen ist von den Preussen besetzt. Leipzig leidet sehr unter den Einquartierungen und den Kontributionszahlungen.Wir hören immer mehr diesen aggressiven preussischen Dialekt, als unser weiches, freundliches sächsisch.

Gott sei dank hat sich durch die Besetzung der Wunsch unseres Ältesten, Karl Wilhelm, sich beim Militär anwerben zu lassen, von selber erledigt. Was haben Gisela und ich bei ihm wie gegen eine Wand dahin geredet. Das hat sich jetzt von selber erledigt.

Die erste Auflage, die wir von den Preussen zu erfüllen hatten, war der Abriss unserer Stadtmauer. Na, ja, das wäre eigentlich nicht so schlimm gewesen, denn sie stand eh‘ nur einer vernünftigen Stadtentwicklung im Wege.
Jetzt kommt es aber: die Stadtmauer gehörte gar nicht der Stadt, sondern dem Kurfürsten. Wir haben uns schon gefreut, dass wir nicht für die Kosten aufkommen mussten.

Aber was tut unser hoch verehrter Kurfürst? Er schenkt der Stadt die Mauer. Jetzt haben wir den Bettel am Hals. Übrig geblieben von der Stadtmauer ist ausschließlich die Moritzbastei. Die unterirdischen Kasematten wurden mit dem Schutt der geschleiften Stadtmauer gefüllt.

Unser Bürgermeister Müller hatte mit großer Weitsicht angeordnet, dass der Verlauf der ehemaligen Mauer großzügig begrünt wird.
Vielleicht wird hierfür einmal ein Denkmal gesetzt. Verdient hätte er es.

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von Johann Sylvester Bremme

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